Facebooks Datenschutz-Abstimmung
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Wer der wohl umstrittenste Internetkonzern in Sachen Datenschutz ist, dürfte bei jedem wie aus der Pistole geschossen kommen. Die Rede ist natürlich von der größten Social Community weltweit, nämlich Facebook. Doch man könnte Facebook nun einen guten Willen unterstellen, da sie ihre Datenschutzbestimmungen überarbeitet haben. Um zu zeigen, wie demokratisch die Plattform eigentlich ist, haben sich die Macher überlegt, die Nutzer darüber abstimmen zu lassen, ob die neue oder alte Erklärung gelten soll. Somit scheint sich nun also auch Facebook der Moral und den Werten zu beugen und sich für seine Nutzer stark zu machen. Denkste! Denn natürlich gibt es bei der ganzen Sache ein paar Haken, die die ganze Aktion nicht zu mehr als einer PR-Aktion werden lassen.
So sind Datenschutzbeauftragte nun noch alarmierter als vorher, da sie ganz klar verkünden, dass die neue Bestimmung noch schlechtere Bedingungen für die Nutzer stellt als die bisherige. Deswegen solle auf jeden Fall für die alte Bestimmung abgestimmt werden, damit sich die neue nicht durchsetzt. Doch warum gibt Facebook überhaupt eine neue Bestimmung heraus, wenn diese für die Nutzer schlechtere Konditionen bereithält und diese sich dann eh für die alte entscheiden?
Facebook hat bekanntgegeben, die Abstimmung nur zu zählen, wenn eine Wahlbeteiligung von mindestens 30 Prozent erreicht wird, was gleichbedeutend mit 270 Millionen Nutzern ist. Jetzt kommt jedoch der Knackpunkt. Facebook redet auf seiner Seite nirgends von dieser Abstimmung, bewirbt sie nicht und versteckt sie auch auf seiner eigenen Seite. Kurz: Facebook will gar nicht, dass man an der Abstimmung teilnimmt. Ziel des Internetgiganten ist es lediglich unter einem guten demokratischen Bild eine neue Datenschutzordnung herauszubringen und dann am Ende sagen zu können, dass die Nutzer es doch so wollten und man sich jetzt nicht beschweren dürfe.
