Die Deutschen sind wieder einmal weltweit führend, diesmal allerdings eher in einer negativen Kategorie. An bundesdeutsche E-Mail-Adressen wird im weltweiten Vergleich der meiste Spam geschickt. Dies vermeldete kürzlich der Internet-Sicherheitsdienstleister Kaspersky. Mit der hohen Anzahl an schädlichen Email-Anhängen und Links wurden die US-Amerikaner auf Platz Eins abgelöst. Knapp 14 Prozent des weltweit versendeten Daten-Mülls fielen im vergangenen September allein in Deutschland an. Das ist eine Zunahme von sechs Prozent gegenüber dem Vormonat.
Weltweit beträgt die Quote der schädlichen Emails 3,4 Prozent des gesamten digitalen Schriftverkehrs. Besonders die steigende Anzahl der Backdoor-Programme und Trojaner verunsichert die Internetnutzer. In sozialen Netzwerken grassieren zudem vermehrt sogenannte Phishing-Mails, die Nutzerdaten unbemerkt ausspähen können. 0,03 Prozent des Mailverkehrs dient Phishing-Zwecken. Dies stellt eine Verdreifachung der bisherigen Quote dar. Die Spam-Mails versuchen des Öfteren durch einen aktuellen Bezug zu wichtigen Themen das Interesse des Nutzers zu wecken. Des Weiteren geben sich die Versender von Spam gerne politisch interessiert oder engagiert. Besonders gerne werden die Opfer mithilfe von Nachrichten über die First-Ladies wie Michelle Obama oder Asma al-Assad geködert. Um eine gewisse Seriosität zu vermitteln, verstecken die Spam-Verschicker sich gerne hinter namhaften Unternehmen wie Gazprom, Lukoil oder Groupon. Auch Lotterie- und Gutscheinbenachrichtigungen werden vorgespiegelt. Weiterhin sollte man bei Bankbenachrichtigungen und zweifelhaften Jobangeboten vorsichtig sein.
Die Zahl der Pharma-Spam-Mails ist hingegen wieder rückläufig. Auch saisonale Termine werden von der Spam-Industrie genutzt. Im September bereiteten sich die Spamer intensiv auf das Weihnachtsgeschäft vor, normalerweise werden sie auf diesem Gebiet erst im Oktober aktiv. Die User sollten sich durch die Verwendung einer jederzeit aktuellen Anti-Malware oder Virensoftware schützen. Emails von unbekannten Absendern sollten tunlichst nicht geöffnet werden und man gewinnt auch nicht so oft in Gewinnspielen, wie es der Posteingang des Email-Accounts gerne vorgaukelt.
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